Energieausweis nach Bundesland: Gebäude, Klima, Markt
Der Energieausweis ist ein bundesweit einheitliches Dokument: Er wird in jedem Bundesland nach demselben Gesetz ausgestellt – dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das seit 2026 im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) weitergeführt wird –, beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) registriert und gilt zehn Jahre lang überall in Deutschland. Eine regionale Zuständigkeit gibt es nicht, einen Behördengang auch nicht. Trotzdem sieht kein Ausweis aus wie der andere, und das hat drei regionale Gründe:
- Der Klimafaktor. Beim Verbrauchsausweis wird der gemessene Heizenergieverbrauch mit den Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes für die Postleitzahl des Gebäudes und den Abrechnungszeitraum auf ein deutschlandweit einheitliches Normklima umgerechnet. In milden Regionen wird der Verbrauch nach oben, in kalten nach unten korrigiert – nur so sind Gebäude in Freiburg und Flensburg vergleichbar.
- Der Gebäudebestand. Baujahr, Bauweise und Modernisierungsstand entscheiden über den Kennwert und darüber, ob bis Ende 2026 ein Bedarfsausweis vorgeschrieben ist (Wohngebäude mit höchstens vier Wohnungen, Bauantrag vor dem 1. November 1977, nicht nachgerüstet).
- Der Immobilienmarkt. Ob viele Erbfall-Verkäufe, hohe Vermietungsquoten oder Ferienwohnungen: Der Anlass bestimmt, wann der Ausweis vorliegen muss – spätestens bei der Besichtigung, in der Anzeige mit allen Pflichtangaben.
Was das für Ihr Bundesland und Ihre Stadt konkret heißt, lesen Sie unten. Welchen Ausweis Sie brauchen, sagt Ihnen vorab der Energieausweis-Check; den Ablauf und alle Preise finden Sie auf der Preisseite.
Baden-Württemberg
Gebäudebestand. Baden-Württemberg hat einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern: Fachwerk- und Bauernhäuser im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb und in Hohenlohe, Nachkriegssiedlungen der 1950er- bis 1970er-Jahre in den Industriestädten am Neckar und im Rhein-Neckar-Raum, Reihenhausgebiete der 1980er- und 1990er-Jahre rund um Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Ulm. Gründerzeitbestände prägen Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe und Freiburg; Freiburg-Vauban und die Tübinger Südstadt sind Beispiele für frühe Effizienzquartiere.
Klima und Klimafaktor. Das Land reicht vom milden Oberrheingraben – der wärmsten Region Deutschlands – über die Kessellagen im Neckarraum bis zu den kalten Höhenlagen von Schwarzwald und Alb. Die Klimafaktoren unterscheiden sich deshalb innerhalb weniger Kilometer erheblich; für den Verbrauchsausweis ist die Postleitzahl des Gebäudes entscheidend. Öl- und Gasheizungen sind im ländlichen Raum verbreitet, Pellet- und Hackschnitzelanlagen im Schwarzwald, Wärmepumpen im Neubau.
Markt und Pflichten. Der Immobilienmarkt in Baden-Württemberg ist von hohen Preisen in den Ballungsräumen Stuttgart, Rhein-Neckar, Karlsruhe, Freiburg und Bodensee geprägt. Der hohe Eigentümeranteil bedeutet viele Verkäufe nach Erbfall – meist Einfamilienhäuser der 1960er- bis 1980er-Jahre, deren Effizienzklasse Kaufpreis und Finanzierung mitbestimmt. Bei Bauantrag vor 1977 und bis zu vier Wohnungen gilt bis Ende 2026 die Bedarfsausweis-Pflicht, wenn das Haus nicht nachträglich gedämmt wurde.
Stuttgart
Gebäudebestand. Stuttgarts Kessellage prägt den Bestand: Villen und Mehrfamilienhäuser der Gründerzeit und des Jugendstils an den Hanglagen von Halbhöhe, Killesberg und Degerloch, Wiederaufbaubauten der 1950er-Jahre in der Innenstadt, Reihenhäuser und Doppelhaushälften in Vaihingen, Möhringen, Sillenbuch und den Neckarvororten sowie die Weißenhofsiedlung als Ikone der Moderne. Bad Cannstatt, Zuffenhausen und Feuerbach haben viel Nachkriegsbestand aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, in Stuttgart-Rot und Freiberg stehen Großsiedlungen. Typisch sind Häuser mit Hanggeschossen, deren beheizte Kellerräume bei der Gebäudenutzfläche berücksichtigt werden müssen.
Klima. Der Talkessel sorgt für mildes, windarmes Klima mit warmen Sommern und moderaten Wintern; die Höhenlagen in Degerloch, Botnang oder auf den Fildern sind spürbar kühler. Die Klimafaktoren variieren deshalb innerhalb des Stadtgebiets. Die EnBW versorgt Innenstadt und Neckartal mit Fernwärme, in den Höhenstadtteilen dominieren Gas- und noch viele Ölheizungen – letztere ein typischer Grund für Klasse F oder G im Verbrauchsausweis.
Markt. Stuttgart hat unter den Großstädten einen vergleichsweise hohen Eigentümeranteil; Ein- und Zweifamilienhäuser wechseln häufig nach Erbfall den Besitzer und werden dann mit Energieausweis inseriert. Der Mietmarkt ist durch die Automobil- und Zulieferindustrie sowie die Hochschulen angespannt; Neuvermietungen erfordern einen aktuellen Ausweis. Für die vielen Gewerbebauten in Feuerbach, Zuffenhausen und Vaihingen ist der Verbrauchsausweis für Nichtwohngebäude bis Ende 2026 die günstige Option.
Bayern
Gebäudebestand. Bayerns Gebäudebestand reicht vom Bauernhaus in Oberbayern und im Allgäu über die Bürgerhäuser der fränkischen Städte bis zu den Großsiedlungen in München, Nürnberg und Augsburg. Im ländlichen Raum dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser, viele davon aus den 1960er- bis 1980er-Jahren; in den Städten Gründerzeit- und Wiederaufbaubestand. Bayern hat zudem viele Gebäude mit Einliegerwohnung, für die die Bedarfsausweis-Regel für kleine Altbauten bis Ende 2026 relevant ist.
Klima und Klimafaktor. Vom Alpenrand mit langen, schneereichen Wintern über das Alpenvorland und das Donautal bis zum trockenen, kontinentalen Franken und dem kühlen Bayerischen Wald: Bayern hat die größten Klimaunterschiede aller Bundesländer. Die Klimafaktoren korrigieren den gemessenen Verbrauch in den kalten Regionen deutlich nach unten. Öl- und Holzheizungen sind auf dem Land verbreitet, Gas in den Städten, Wärmepumpen und Geothermie im Neubau und in den Fernwärmenetzen des Voralpenlands.
Markt und Pflichten. München, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und das Oberland gehören zu den teuersten Märkten Deutschlands; Franken und Niederbayern sind deutlich günstiger. Der hohe Eigentümeranteil führt zu vielen Hausverkäufen im Familienkreis und nach Erbfall – sobald inseriert wird, ist der Energieausweis Pflicht. Für Ferienwohnungen im Allgäu und in Oberbayern gilt: Werden sie regelmäßig vermietet, brauchen sie einen Ausweis; reine Ferienhäuser mit weniger als vier Monaten Nutzung im Jahr sind ausgenommen.
München
Gebäudebestand. Münchens Bestand reicht von den gründerzeitlichen Blockrändern in Maxvorstadt, Schwabing, Haidhausen und der Isarvorstadt über die Wiederaufbaubauten der 1950er-Jahre in der Innenstadt bis zu den Großsiedlungen Neuperlach, Hasenbergl und Fürstenried aus den 1960er- und 1970er-Jahren. In Bogenhausen, Solln, Harlaching und Trudering finden sich Villen und Einfamilienhäuser aller Baujahre, in den Neubaugebieten Riem, Freiham und am Ackermannbogen Effizienzhäuser der Klassen A und B. Ein hoher Anteil der Mehrfamilienhäuser wurde in den letzten 20 Jahren energetisch modernisiert, viele Gründerzeitfassaden stehen aber unter Ensembleschutz und sind nur innen gedämmt.
Klima. München liegt im Alpenvorland auf über 500 Metern Höhe: Die Winter sind kälter und schneereicher als im Bundesdurchschnitt, die Heizgradtage entsprechend höher. Die Klimafaktoren korrigieren den gemessenen Verbrauch deshalb nach unten – ein Münchner Haus erhält im Verbrauchsausweis einen etwas besseren Kennwert als dasselbe Haus in Köln. Die Stadtwerke bauen die Fernwärme mit Tiefengeothermie stark aus; außerhalb des Fernwärmenetzes heizen die meisten Gebäude mit Erdgas, in Neubauten zunehmend mit Wärmepumpen.
Markt. München ist der teuerste Immobilienmarkt Deutschlands. Käufer prüfen Exposés genau, und die Effizienzklasse beeinflusst bei Kaufpreisen jenseits einer Million Euro den Verhandlungsspielraum spürbar. Beim Verkauf von Eigentumswohnungen – der häufigsten Transaktion in der Stadt – kommt der Gebäudeausweis vom Verwalter. Vermieter müssen den Ausweis bei jeder Neuvermietung vorlegen; angesichts der hohen Fluktuation in Studenten- und Pendlerwohnungen lohnt sich ein aktueller Verbrauchsausweis, der zehn Jahre alle Vermietungen abdeckt.
Nürnberg
Gebäudebestand. Nürnbergs Altstadt wurde nach der Zerstörung 1945 in Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss wiederaufgebaut – mit Sandsteinfassaden, aber Bautechnik der 1950er-Jahre. Gründerzeitviertel liegen in St. Johannis, Gostenhof, Gärten hinter der Veste und der Südstadt, Siedlungen der 1920er- und 1930er-Jahre in Zerzabelshof und Gartenstadt, Großsiedlungen der 1960er- und 1970er-Jahre in Langwasser. Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften prägen Erlenstegen, Mögeldorf, Ziegelstein und die eingemeindeten Orte im Süden und Osten. Die Südstadt hat viele gemischt genutzte Gebäude mit Läden im Erdgeschoss.
Klima. Das fränkische Klima ist kontinental geprägt mit kalten Wintern, häufigem Nebel im Pegnitztal und warmen, trockenen Sommern. Die Klimafaktoren liegen leicht unter dem Referenzwert, der gemessene Verbrauch wird also etwas nach unten korrigiert. Fernwärme versorgt Innenstadt, Südstadt und Langwasser; sonst dominiert Erdgas, Wärmepumpen nehmen im Neubau zu.
Markt. Nürnberg ist mit Fürth und Erlangen Kern der Metropolregion und hat einen angespannten, aber im Vergleich zu München bezahlbaren Markt. Der Mieteranteil ist hoch, Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften halten große Bestände. Der Verkauf von Einfamilienhäusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren in den Randstadtteilen ist typisch – hier lohnt der Blick auf die Effizienzklasse, weil unsanierte Objekte mit Ölheizung häufig in Klasse F oder G landen.
Berlin
Gebäudebestand. Berlins Gebäudebestand ist so vielfältig wie kaum ein anderer: gründerzeitliche Mietshäuser mit Hinterhöfen in Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Friedrichshain und Charlottenburg (1870–1918), Siedlungen der Moderne aus den 1920er-Jahren wie die Hufeisensiedlung, Nachkriegs-Zeilenbauten in West-Berlin, Plattenbauten der Typen WBS 70 und P2 in Marzahn, Hellersdorf und Lichtenberg sowie Ein- und Doppelhäuser in den Außenbezirken Spandau, Reinickendorf, Zehlendorf und Köpenick. Große Teile des Altbaubestands wurden nach 1990 saniert, häufig mit Fassadendämmung und neuen Fenstern; viele Plattenbauten erhielten in den 1990er- und 2000er-Jahren Wärmedämmverbundsysteme.
Klima und Klimafaktor. Berlin liegt im Übergangsbereich zwischen maritimem und kontinentalem Klima mit vergleichsweise kalten, trockenen Wintern und warmen Sommern. Die Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes für die Berliner Postleitzahlen liegen im Bundesvergleich nahe am Referenzwert, sodass der witterungsbereinigte Verbrauch in der Regel nur moderat vom gemessenen abweicht. Ein großer Teil der Innenstadt wird mit Fernwärme versorgt; in den Außenbezirken dominieren Gasheizungen, in Altbauten sind teilweise noch Gasetagenheizungen im Einsatz.
Markt und Pflichten. Mit einem Mietwohnungsanteil von über 80 Prozent ist Berlin ein Vermietermarkt: Bei jeder Neuvermietung muss der Energieausweis des Gebäudes vorgelegt werden. Wegen der vielen Mehrfamilienhäuser mit fünf und mehr Wohnungen ist der Verbrauchsausweis fast immer zulässig; die Heizkostenabrechnungen der Messdienstleister liefern die nötigen Verbräuche. Beim Verkauf von Eigentumswohnungen – in Berlin seit Jahren ein großer Markt – stellt der Verwalter den Gebäudeausweis bereit oder liefert die Daten dafür.
Brandenburg
Gebäudebestand. Brandenburg umschließt Berlin mit einem Speckgürtel aus Einfamilienhausgebieten der 1990er- und 2000er-Jahre, Villenkolonien in Potsdam, Kleinmachnow und Falkensee sowie DDR-Eigenheimen der 1970er- und 1980er-Jahre. In den Mittelstädten Cottbus, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Eberswalde dominieren Plattenbauten und Gründerzeitzeilen, im ländlichen Raum Backsteinhöfe und Kolonistenhäuser. Viele Plattenbauten wurden nach 1990 saniert und gedämmt, ältere Eigenheime sind oft nur teilmodernisiert.
Klima und Klimafaktor. Das Klima ist kontinental geprägt mit kalten, trockenen Wintern und heißen Sommern; Brandenburg ist das niederschlagsärmste Bundesland. Die Klimafaktoren liegen nahe am Referenzwert. Außerhalb der Städte fehlt oft ein Gasnetz – Öl, Flüssiggas, Holz und Pellets sind verbreitet, in den Neubaugebieten des Berliner Umlands zunehmend Wärmepumpen.
Markt und Pflichten. Der Berliner Speckgürtel gehört zu den gefragtesten Wohnlagen Ostdeutschlands mit stark gestiegenen Preisen für Einfamilienhäuser; die Peripherie in der Uckermark, Prignitz oder Lausitz ist günstig mit teilweise Leerstand. Beim Verkauf von Eigenheimen der DDR-Zeit und der 1990er-Jahre ist die Effizienzklasse ein wichtiges Verkaufsargument; Wohnungsgesellschaften in den Mittelstädten arbeiten mit Verbrauchsausweisen für ihre Plattenbaubestände.
Bremen
Gebäudebestand. Das Bremer Haus ist der typische Gebäudetyp der Hansestadt: schmale Reihenhäuser mit Souterrain und Hochparterre aus den Jahren 1870 bis 1914 in Schwachhausen, Findorff, dem Viertel und der Neustadt – gebaut in Ziegel, ursprünglich ohne Dämmung, heute oft mit neuen Fenstern und Heizung, seltener mit Fassadendämmung. Dazu kommen Nachkriegssiedlungen in Huchting, Vahr und Osterholz-Tenever (Großsiedlung der 1970er-Jahre), Einfamilienhausgebiete in Oberneuland, Borgfeld und Bremen-Nord sowie das Neubauquartier Überseestadt. Bremerhaven ergänzt das Land mit Nachkriegsbestand und Werftarbeitersiedlungen.
Klima und Klimafaktor. Bremen hat ausgeprägt maritimes Klima: milde, windige Winter, kühle Sommer und viele Regentage. Die Klimafaktoren liegen leicht über dem Referenzwert. Die swb versorgt Innenstadt, Vahr und Tenever mit Fernwärme; in den Reihenhausquartieren dominieren Gasthermen, häufig als Etagenheizung je Wohnung – für den Verbrauchsausweis müssen dann die Verbräuche aller Einheiten zusammengeführt werden.
Markt und Pflichten. Bremen ist unter den Stadtstaaten der günstigste Markt mit einem gesunden Verhältnis aus Eigentum und Miete. Bremer Häuser werden häufig als Ein- oder Zweifamilienhaus verkauft; bei Bauantrag vor 1977 und fehlender Dämmung greift bis Ende 2026 die Bedarfsausweis-Pflicht. Der Verbrauchsausweis ist die Lösung für die vielen Mehrfamilienhäuser der Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften.
Hamburg
Gebäudebestand. Hamburg ist die Stadt des roten Backsteins: Die Wohnanlagen der 1920er-Jahre von Fritz Schumacher in Barmbek, Dulsberg und Winterhude, die Etagenhäuser in Eimsbüttel und Altona sowie die Nachkriegs-Zeilenbauten in Hamm, Horn und Wandsbek prägen den Bestand. Dazu kommen die Villenviertel an der Elbchaussee und in Harvestehude, Großsiedlungen wie Steilshoop und Mümmelmannsberg aus den 1970er-Jahren und Einfamilienhausgebiete in den Walddörfern, den Vier- und Marschlanden sowie im Süden in Harburg. Ungedämmtes zweischaliges oder massives Backsteinmauerwerk ist energetisch schwach, lässt sich aber über Kerndämmung oft günstig verbessern.
Klima und Klimafaktor. Das maritime Klima Hamburgs bringt milde, feuchte Winter und wenige Frosttage, dafür viel Wind. Die Heizperiode ist eher lang, aber nicht besonders kalt; die Klimafaktoren liegen meist leicht über dem Referenzwert, was den bereinigten Kennwert im Verbrauchsausweis etwas anhebt. Die Fernwärme aus den Kraftwerken und der Müllverbrennung versorgt große Teile der inneren Stadt; in den Randbezirken heizt man überwiegend mit Erdgas, in ländlichen Ortsteilen auch mit Öl.
Markt und Pflichten. Rund drei Viertel der Hamburger Haushalte wohnen zur Miete; Wohnungsunternehmen und Genossenschaften verwalten große Bestände, für die der Verbrauchsausweis mit den zentralen Abrechnungen die effiziente Lösung ist. Bei Eigentumswohnungen in beliebten Lagen wie Eppendorf, Ottensen oder der HafenCity ist der Ausweis fester Bestandteil des Exposés. Einfamilienhäuser im Umland-nahen Stadtgebiet wechseln häufig innerhalb der Familie oder nach Erbfall den Besitzer – auch dann ist bei Inserat und Besichtigung ein Ausweis Pflicht.
Hessen
Gebäudebestand. Hessen teilt sich in das dicht bebaute Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt und Offenbach und den ländlichen Norden und Osten mit Fachwerkstädten wie Marburg, Limburg, Alsfeld und Fritzlar. Im Süden dominieren Mehrfamilienhäuser und Reihenhaussiedlungen aller Baujahre, im Norden Fachwerk- und Einfamilienhäuser; Kassel wurde nach dem Krieg weitgehend neu aufgebaut. Fachwerkhäuser unter Denkmalschutz sind von der Ausweispflicht ausgenommen, alle anderen Altbauten mit bis zu vier Wohnungen unterliegen bis Ende 2026 der Bedarfsausweis-Regel.
Klima und Klimafaktor. Das Rhein-Main-Gebiet und die Bergstraße gehören zu den wärmsten Regionen Deutschlands, während Vogelsberg, Rhön und Nordhessen deutlich kühler und schneereicher sind. Die Klimafaktoren spiegeln diesen Unterschied wider und sind für den Verbrauchsausweis nach Postleitzahl zu wählen. Erdgas dominiert im Süden, im ländlichen Norden und Osten sind Öl- und Holzheizungen verbreitet.
Markt und Pflichten. Das Rhein-Main-Gebiet ist einer der teuersten und dynamischsten Märkte Deutschlands mit hoher Fluktuation bei Mietern und regem Handel mit Eigentumswohnungen; Nord- und Osthessen sind günstig und von Eigenheimverkäufen geprägt. Für die vielen Büro- und Gewerbeimmobilien rund um Frankfurt ist der Energieausweis für Nichtwohngebäude bei Vermietung Pflicht – bis Ende 2026 als Verbrauchsausweis für ${P_VN}, danach als Bedarfsausweis.
Frankfurt am Main
Gebäudebestand. Frankfurt vereint Bankenhochhäuser und dichte Innenstadtbebauung mit gründerzeitlichen Wohnvierteln in Nordend, Westend, Bornheim und Sachsenhausen. Die Siedlungen des Neuen Frankfurt aus den 1920er-Jahren (Römerstadt, Westhausen) sind denkmalgeschützte Beispiele frühen sozialen Wohnungsbaus, die Nordweststadt steht für die Großsiedlung der 1960er-Jahre, das Europaviertel und der Riedberg für energieeffizienten Neubau. Ein- und Zweifamilienhäuser dominieren in Bergen-Enkheim, Harheim, Nieder-Erlenbach und den Stadtteilen am Taunusrand. Viele Nachkriegsbauten sind inzwischen gedämmt, der Altbau in Nordend und Bornheim ist häufig nur teilmodernisiert.
Klima. Das Rhein-Main-Gebiet zählt zu den mildesten Regionen Deutschlands mit warmen Sommern und kurzen, milden Wintern. Die Klimafaktoren liegen über dem Referenzwert; der bereinigte Kennwert im Verbrauchsausweis fällt daher etwas höher aus als der gemessene Verbrauch vermuten lässt. Fernwärme versorgt die Innenstadt, das Bankenviertel und Teile von Niederrad; ansonsten dominiert Erdgas, in Neubauquartieren zunehmend Wärmepumpen und Nahwärme.
Markt. Frankfurt hat nach München und Hamburg die höchsten Kaufpreise unter den Großstädten und einen sehr internationalen Mietmarkt: Expats, Berufspendler und Banker wechseln häufig die Wohnung, sodass Vermieter den Energieausweis oft mehrfach im Jahr vorlegen. Bei Nichtwohngebäuden – Büroflächen, Praxen, Einzelhandel – ist der Ausweis bei jeder Neuvermietung und ab 2027 auch bei Vertragsverlängerungen Pflicht; für Büro- und Geschäftshäuser bieten wir den Verbrauchsausweis für Nichtwohngebäude an.
Mecklenburg-Vorpommern
Gebäudebestand. Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt von Backsteingotik und Gründerzeit in den Hansestädten Rostock, Stralsund, Wismar und Greifswald, Plattenbauten in Rostock-Lütten Klein, Schwerin-Großer Dreesch und Neubrandenburg, Gutshäusern und Landarbeiterkaten auf dem Land sowie Bäderarchitektur und Ferienimmobilien an der Ostseeküste, auf Rügen und Usedom. Viele Plattenbauten wurden in den 1990er-Jahren gedämmt; die Gutshäuser und Katen sind oft in schlechtem energetischem Zustand.
Klima und Klimafaktor. Die Küste hat maritimes Klima mit milden Wintern und viel Wind, das Binnenland um die Seenplatte ist kontinentaler und kälter. Die Klimafaktoren liegen an der Küste über, im Binnenland nahe am Referenzwert. Gasnetze gibt es nur in den Städten; auf dem Land dominieren Öl, Flüssiggas und Holz, in den Städten Fernwärme.
Markt und Pflichten. Der Markt ist zweigeteilt: Die Ostseeküste, Rostock, Greifswald und Schwerin sind gefragt und vergleichsweise teuer, die ländlichen Kreise günstig. Ferienwohnungen, die regelmäßig vermietet werden, brauchen einen Energieausweis – ein häufiges Thema auf Rügen, Usedom und am Fischland-Darß. Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften stellen für ihre Plattenbaubestände Verbrauchsausweise aus.
Niedersachsen
Gebäudebestand. Niedersachsen reicht von den Backsteinhäusern Ostfrieslands und der Nordseeküste über die Fachwerkstädte im Weserbergland und Harzvorland – Celle, Hameln, Goslar, Wolfenbüttel – bis zu den Industriestädten Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter mit Wiederaufbau- und Werkssiedlungen. Im ländlichen Raum dominieren Einfamilienhäuser und Höfe; das Land hat einen der höchsten Anteile an Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland. Fachwerk unter Denkmalschutz ist ausgenommen, alle übrigen Altbauten mit bis zu vier Wohnungen bis Ende 2026 bedarfsausweispflichtig, wenn ungedämmt.
Klima und Klimafaktor. Die Küste und das Tiefland haben mildes, windiges Klima; Harz und Weserbergland sind deutlich kühler und schneereicher. Die Klimafaktoren liegen im Norden über, im Harz unter dem Referenzwert. Erdgas ist wegen der eigenen Förderung verbreitet, in ländlichen Regionen ergänzt um Öl, Holz und zunehmend Wärmepumpen.
Markt und Pflichten. Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen und Lüneburg sind gefragte Märkte, das Umland von Hamburg und Bremen teuer, die Peripherie in Südniedersachsen und im Harz günstig. Der hohe Eigentümeranteil sorgt für viele Hausverkäufe der Baujahre 1950 bis 1990; hier ist der Verbrauchsausweis für ${P_VW} die schnelle Lösung, sofern das Haus nicht unter die Bedarfsausweis-Regel fällt.
Hannover
Gebäudebestand. Hannovers Innenstadt wurde nach dem Krieg als autogerechte Stadt wiederaufgebaut; entsprechend dominieren dort und in Linden-Mitte Bauten der 1950er- und 1960er-Jahre. Erhaltene Gründerzeit- und Jugendstilviertel finden sich in der List, in Linden-Nord, der Südstadt und der Oststadt, die Siedlungen der 1920er-Jahre in Vahrenwald und Ricklingen. Großsiedlungen wie Mühlenberg und Roderbruch entstanden in den 1970er-Jahren; Einfamilienhausgebiete prägen Kirchrode, Bothfeld, Misburg und die Randstadtteile. Das Kronsberg-Quartier zur Expo 2000 gilt als frühes Beispiel energieeffizienten Siedlungsbaus.
Klima. Hannover liegt im norddeutschen Tiefland mit gemäßigtem, leicht maritim geprägtem Klima – milde Winter, mäßig warme Sommer. Die Klimafaktoren liegen nahe am Referenzwert. Die enercity versorgt Innenstadt, Linden und weitere Stadtteile mit Fernwärme, in Einfamilienhausgebieten dominiert Erdgas, in älteren Häusern am Stadtrand teilweise noch Öl.
Markt. Hannover ist ein ausgeglichener Markt mit moderaten Preisen, vielen Genossenschaftswohnungen und einem stabilen Mietmarkt durch Landesbehörden, Versicherungen, Messe und Hochschulen. Beim Verkauf von Reihen- und Einfamilienhäusern der 1950er- bis 1970er-Jahre in Bothfeld, Kirchrode oder Misburg entscheidet der Modernisierungsstand über die Effizienzklasse; Vermieter in List und Linden legen den Verbrauchsausweis regelmäßig bei Neuvermietungen vor.
Nordrhein-Westfalen
Gebäudebestand. Nordrhein-Westfalen hat mit dem Ruhrgebiet, der Rheinschiene und Ostwestfalen den größten Gebäudebestand aller Bundesländer: Zechen- und Werkssiedlungen im Ruhrgebiet, Wiederaufbaubestand der 1950er- und 1960er-Jahre in Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund, Gründerzeitviertel in Wuppertal, Bonn und Aachen, Großsiedlungen der 1970er-Jahre, Fachwerk im Münsterland, Sauerland und Bergischen Land sowie ausgedehnte Einfamilienhausgebiete am Niederrhein und in Ostwestfalen. Viele Nachkriegsbauten sind bis heute nur teilweise gedämmt.
Klima und Klimafaktor. Rheinland und Niederrhein gehören zu den mildesten Regionen Deutschlands, Sauerland, Eifel und Bergisches Land sind kühl und regenreich. Die Klimafaktoren reichen entsprechend von deutlich über dem Referenzwert am Rhein bis darunter in den Mittelgebirgen. Fernwärme aus Industrie und Kraftwerken ist im Ruhrgebiet weit verbreitet, sonst dominiert Erdgas.
Markt und Pflichten. Köln, Düsseldorf, Bonn und Münster sind teuer, das Ruhrgebiet und Ostwestfalen günstig; NRW hat mit rund 20 Millionen Menschen den größten Mietmarkt Deutschlands. Wohnungsunternehmen mit zehntausenden Einheiten arbeiten mit Verbrauchsausweisen aus den zentralen Abrechnungen; private Verkäufer von Zechen- und Nachkriegshäusern erleben, wie stark die Effizienzklasse den Preis beeinflusst.
Köln
Gebäudebestand. Köln wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört; entsprechend dominieren in der Innenstadt und in Stadtteilen wie Ehrenfeld, Nippes und Sülz Wiederaufbaubauten der 1950er- und 1960er-Jahre mit dünnen Außenwänden und ursprünglich ohne Dämmung. Erhaltene Gründerzeitzeilen finden sich im Belgischen Viertel, in der Südstadt und in Teilen von Lindenthal, Großsiedlungen der 1970er-Jahre in Chorweiler und Meschenich, Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften im rechtsrheinischen Dellbrück, Brück und Porz sowie in Rodenkirchen und Weiden. Viele Nachkriegsbauten wurden inzwischen mit Wärmedämmverbundsystemen nachgerüstet – der Modernisierungsstand entscheidet hier über zwei bis drei Effizienzklassen.
Klima. Die Kölner Bucht gehört zu den wärmsten Regionen Deutschlands mit milden Wintern und wenigen Frosttagen. Die Klimafaktoren liegen deutlich über dem Referenzwert: Der gemessene Verbrauch wird im Verbrauchsausweis nach oben korrigiert, weil das Gebäude unter Normklima mehr heizen müsste. Eigentümer sollten diesen Effekt kennen, bevor sie den Kennwert mit dem Nachbarhaus vergleichen. Geheizt wird überwiegend mit Erdgas; Fernwärme gibt es in der Innenstadt und einzelnen Stadtteilen, Ölheizungen sind vor allem im rechtsrheinischen Süden noch verbreitet.
Markt. Köln ist mit rund 70 Prozent Mieterhaushalten ein Vermietermarkt mit hoher Nachfrage durch Studierende, Medien- und Pendlerhaushalte. Neuvermietungen in Ehrenfeld, Nippes oder der Südstadt ziehen viele Interessenten an, die den Energieausweis schon bei der Besichtigung sehen wollen. Beim Verkauf von Reihen- und Einfamilienhäusern in den Außenbezirken ist der Ausweis Teil jedes Maklerexposés; Objekte aus den 1950er- bis 1970er-Jahren mit Klasse F oder schlechter werden mit Sanierungsabschlägen gehandelt.
Düsseldorf
Gebäudebestand. Düsseldorf verbindet die Altstadt und Carlstadt mit gründerzeitlichen Wohnvierteln in Oberkassel, Pempelfort, Flingern und Bilk, ausgedehnten Wiederaufbauquartieren der 1950er-Jahre in Derendorf und Friedrichstadt sowie Großsiedlungen der 1960er- und 1970er-Jahre in Garath und Hassels. Die Villenviertel am Zoo und in Golzheim, die Einfamilienhausgebiete in Angermund, Kaiserswerth, Wittlaer und Hubbelrath sowie die Neubauquartiere am Medienhafen und in Grafental ergänzen den Bestand. Ein großer Teil der Nachkriegsbauten ist bis heute nur teilweise gedämmt.
Klima. Als Teil der Niederrheinischen Bucht hat Düsseldorf ein sehr mildes Klima mit kurzen Wintern und wenigen Frosttagen. Die Klimafaktoren liegen deutlich über dem Referenzwert, der bereinigte Kennwert im Verbrauchsausweis wird entsprechend nach oben korrigiert. Fernwärme versorgt die Innenstadt und den Hafen; in den übrigen Stadtteilen dominiert Erdgas.
Markt. Düsseldorf ist ein internationaler Standort mit japanischer Gemeinde, Messe und Konzernzentralen; der Mietmarkt für Wohnungen und Büroflächen ist entsprechend dynamisch. Vermieter von Wohnungen in Pempelfort, Oberkassel oder Unterbilk legen den Energieausweis bei nahezu jeder Besichtigung vor. Bei Büro- und Geschäftshäusern rund um Kö, Kennedydamm und Hafen ist der Verbrauchsausweis für Nichtwohngebäude noch 2026 die schnelle Lösung; ab 2027 wird der Bedarfsausweis die Regel.
Dortmund
Gebäudebestand. Dortmunds Wohnungsbestand ist vom Bergbau und der Stahlindustrie geprägt: Zechensiedlungen mit ein- bis zweigeschossigen Reihenhäusern in Eving, Hörde und Lütgendortmund, Werkswohnungen der 1920er-Jahre, große Wiederaufbaugebiete der 1950er- und 1960er-Jahre in der Innenstadt und Nordstadt sowie Großsiedlungen wie Scharnhorst-Ost aus den 1970er-Jahren. Gründerzeitzeilen finden sich im Kreuzviertel und im Kaiserstraßenviertel, Einfamilienhausgebiete im Süden Richtung Ardeygebirge. Viele Zechenhäuser haben unverputztes Ziegelmauerwerk ohne Dämmung – hier ist der energetische Zustand entscheidend für die Klasse.
Klima. Das Ruhrgebiet hat ein mildes, niederschlagsreiches Klima mit kurzen Wintern; Dortmund liegt am Übergang zum kühleren Sauerland, die Klimafaktoren bewegen sich leicht über dem Referenzwert. Fernwärme aus Kraftwerken und Industrieabwärme versorgt Innenstadt und einzelne Stadtteile, ansonsten dominiert Erdgas.
Markt. Dortmund gehört zu den günstigeren Großstädten; der Mietmarkt ist groß, die Preise für Eigentum vergleichsweise moderat. Beim Verkauf von Zechen- und Reihenhäusern aus den 1920er- bis 1960er-Jahren wird die Effizienzklasse zur Preisfrage: Objekte in Klasse G oder H werden mit deutlichen Abschlägen gehandelt. Vermieter der Nordstadt und der Wiederaufbauquartiere legen den Verbrauchsausweis bei jeder Neuvermietung vor.
Essen
Gebäudebestand. Essen zeigt den Nord-Süd-Gegensatz des Ruhrgebiets: Im Norden Zechensiedlungen und Werkswohnungen in Altenessen, Katernberg und Stoppenberg sowie Wiederaufbaubauten der 1950er-Jahre, im Süden die Gartenstadt Margarethenhöhe aus den 1910er- und 1920er-Jahren, Villenviertel in Bredeney und Stadtwald und Einfamilienhausgebiete Richtung Baldeneysee und Kettwig. Die Innenstadt und Rüttenscheid haben gründerzeitliche Etagenhäuser, in Bergmannsfeld und Hörsterfeld stehen Großsiedlungen der 1970er-Jahre. Viele der Krupp-Siedlungen stehen unter Denkmalschutz und sind von der Ausweispflicht ausgenommen, sofern sie als Baudenkmal eingetragen sind.
Klima. Das Klima im mittleren Ruhrgebiet ist mild und feucht mit wenigen Frosttagen; die Klimafaktoren liegen über dem Referenzwert. Steag und Stadtwerke versorgen Innenstadt und nördliche Stadtteile mit Fernwärme, im Süden heizen Ein- und Zweifamilienhäuser überwiegend mit Erdgas, ältere teilweise mit Öl.
Markt. Essen hat mit Konzernzentralen, Universität und Klinikum eine stabile Nachfrage bei moderaten Preisen. Der Süden ist ein Eigentümermarkt, in dem Häuser der 1930er- bis 1970er-Jahre regelmäßig nach Erbfall verkauft werden; der Norden ist Vermietermarkt mit vielen Wohnungsunternehmen. In beiden Fällen ist der Verbrauchsausweis für ${P_VW} in der Regel ausreichend; der Bedarfsausweis wird bei kleinen Altbauten vor 1977 bis Ende 2026 zur Pflicht, wenn sie nicht gedämmt wurden.
Duisburg
Gebäudebestand. Duisburg ist Stadt der Stahlwerke und des Binnenhafens: Arbeitersiedlungen der Jahrhundertwende in Hamborn, Marxloh, Bruckhausen und Rheinhausen, Wiederaufbaubauten der 1950er-Jahre in der Innenstadt und in Hochfeld, Großsiedlungen der 1970er-Jahre in Hochheide (Weiße Riesen) und Neumühl sowie Einfamilienhausgebiete in Buchholz, Großenbaum, Rahm und Walsum. Die Villenkolonie in Duissern und die Bürgerhäuser im Dellviertel ergänzen das Bild. Viele Ziegelbauten der Zechensiedlungen sind bis heute ungedämmt und mit alten Heizungen ausgestattet.
Klima. Duisburg liegt am Niederrhein mit mildem, feuchtem Klima und wenigen Frosttagen; die Klimafaktoren liegen deutlich über dem Referenzwert, sodass der bereinigte Kennwert höher ausfällt als der gemessene Verbrauch. Fernwärme aus Industrieabwärme und Kraftwerken versorgt große Teile des Stadtgebiets; in den Einfamilienhausgebieten im Süden dominiert Erdgas.
Markt. Duisburg gehört zu den günstigsten Großstädten Deutschlands mit hohem Mieteranteil und teils Leerstand im Norden, während der Süden ein gefragter Eigentümermarkt ist. Beim Verkauf älterer Häuser wird die Effizienzklasse zum Verhandlungsargument; für die vielen Mehrfamilienhäuser der Wohnungsgesellschaften ist der Verbrauchsausweis aus den zentralen Heizkostenabrechnungen schnell erstellt.
Bochum
Gebäudebestand. Bochums Bestand ist vom Bergbau geprägt: Zechensiedlungen wie die Dahlhauser Heide oder die Siedlung Stahlhausen aus dem frühen 20. Jahrhundert, Wiederaufbaubauten der 1950er- und 1960er-Jahre in der Innenstadt und in Wattenscheid, die Hustadt und Querenburg als Großsiedlungen rund um die 1965 gegründete Ruhr-Universität sowie Einfamilienhausgebiete in Stiepel, Weitmar und Linden im Süden Richtung Ruhr. Das Ehrenfeld und Teile von Grumme haben gründerzeitliche Etagenhäuser. Viele Zechenhäuser wurden privatisiert und einzeln modernisiert – der Zustand variiert von Haus zu Haus.
Klima. Bochum liegt im mittleren Ruhrgebiet mit mildem, niederschlagsreichem Klima; die Klimafaktoren liegen etwas über dem Referenzwert. Fernwärme versorgt Innenstadt, Universität und Hustadt, in den Siedlungen des Südens dominiert Erdgas, in älteren Einfamilienhäusern teilweise noch Öl.
Markt. Bochum bietet mit Universität, Hochschulen und wachsender IT-Branche stabile Nachfrage bei günstigen Preisen. Der Markt für Zechenhäuser und Nachkriegs-Doppelhaushälften ist lebhaft; Käufer achten auf die Effizienzklasse, weil Sanierungen bei ungedämmtem Ziegelmauerwerk teuer werden können. Für Vermieter in Querenburg und der Innenstadt mit hoher studentischer Fluktuation zahlt sich ein Verbrauchsausweis mit zehn Jahren Gültigkeit aus.
Wuppertal
Gebäudebestand. Wuppertal erstreckt sich entlang der Wupper mit steilen Hanglagen: Gründerzeitviertel wie das Briller Viertel, die Nordstadt und das Luisenviertel gehören zu den größten zusammenhängenden Altbaubeständen Nordrhein-Westfalens, ergänzt von Bergischen Schieferhäusern in Beyenburg und Cronenberg, Nachkriegsbauten in Barmen und Oberbarmen sowie Einfamilienhausgebieten auf den Höhen von Ronsdorf, Vohwinkel und Uellendahl. Typisch sind Häuser mit Hangeinbauten, Souterrainwohnungen und aufwendigen Fassaden, die eine Außendämmung erschweren; viele Eigentümer setzen deshalb auf Fenster, Dach und Heizung.
Klima. Das Bergische Land ist eine der regenreichsten Regionen Deutschlands mit kühlen, feuchten Wintern; auf den Höhen ist die Heizperiode deutlich länger als im Tal. Die Klimafaktoren liegen deshalb nahe am Referenzwert oder darunter – ein Wuppertaler Haus auf der Höhe wird im Verbrauchsausweis entsprechend nach unten korrigiert. Fernwärme gibt es in Elberfeld und Barmen, ansonsten dominiert Erdgas.
Markt. Wuppertal ist ein preisgünstiger Markt mit hohem Mieteranteil und vielen privaten Kleinvermietern, die einzelne Gründerzeithäuser besitzen. Bei diesen Häusern mit häufig drei bis vier Wohnungen und Bauantrag vor 1977 ist bis Ende 2026 zu prüfen, ob die Bedarfsausweis-Pflicht greift – ab 2027 ist der Verbrauchsausweis für alle Bestandswohngebäude zulässig. Der Verkauf sanierungsbedürftiger Altbauten an Selbstnutzer ist typisch für die Stadt.
Bielefeld
Gebäudebestand. Bielefeld liegt am Teutoburger Wald und vereint die Altstadt mit Bauten des Wiederaufbaus, gründerzeitliche Straßenzüge im Westen und in der Nähe des Bahnhofs, Siedlungen der 1920er- bis 1950er-Jahre in Brackwede und Heepen, Großsiedlungen der 1970er-Jahre in Baumheide und Sennestadt (eine Planstadt der Nachkriegszeit) sowie ausgedehnte Einfamilienhausgebiete in Schildesche, Jöllenbeck, Dornberg und Senne. Im Umland und in den eingemeindeten Dörfern stehen Fachwerk- und Bauernhäuser Ostwestfalens, für die als Baudenkmal oft keine Ausweispflicht besteht.
Klima. Das Klima ist gemäßigt-ozeanisch mit milden Wintern im Ravensberger Land und etwas kühleren, niederschlagsreicheren Lagen am Teutoburger Wald. Die Klimafaktoren liegen nahe am Referenzwert. Fernwärme versorgt Innenstadt und einzelne Quartiere; Erdgas dominiert, in ländlichen Ortsteilen sind Öl- und zunehmend Pelletheizungen verbreitet.
Markt. Bielefeld ist ein solider Markt mit hohem Eigentümeranteil und stabiler Nachfrage durch Universität, Fachhochschule und mittelständische Industrie. Einfamilienhäuser der 1960er- bis 1980er-Jahre bilden das größte Verkaufssegment; hier entscheidet der Dämmstand über Klasse D oder F. Vermieter in Uninähe und in der Innenstadt profitieren vom zehn Jahre gültigen Verbrauchsausweis für ${P_VW}.
Bonn
Gebäudebestand. Bonn verbindet die gründerzeitliche Südstadt – eines der größten erhaltenen Jugendstilviertel Deutschlands – mit dem Regierungsviertel der 1960er- und 1970er-Jahre, Villen in Bad Godesberg und am Venusberg, Nachkriegssiedlungen in Beuel, Tannenbusch und Duisdorf sowie Einfamilienhausgebieten in Röttgen, Ippendorf, Holzlar und Oberkassel. Viele ehemalige Botschafts- und Behördenbauten wurden zu Büro- oder Wohnnutzung umgebaut. Die Südstadthäuser stehen häufig unter Denkmalschutz oder Ensembleschutz, was die Fassadendämmung einschränkt.
Klima. Das Rheintal bei Bonn gehört zu den mildesten Regionen Deutschlands; Weinbau am Rand des Siebengebirges zeigt, wie warm es hier ist. Die Klimafaktoren liegen deutlich über dem Referenzwert, sodass der bereinigte Kennwert im Verbrauchsausweis höher ist als der gemessene Verbrauch. Fernwärme versorgt Innenstadt und Bundesviertel, in den Wohnvierteln dominiert Erdgas.
Markt. Bonn ist als UN-Standort, Sitz von DAX-Konzernen und Bundesministerien ein gefragter, hochpreisiger Markt mit internationaler Mieterschaft und häufigen Wohnungswechseln. Vermieter legen den Energieausweis entsprechend oft vor; für Büro- und Verwaltungsgebäude ist der Ausweis für Nichtwohngebäude bei Vermietung Pflicht und ab 2027 auch bei Vertragsverlängerungen.
Münster
Gebäudebestand. Münsters Altstadt wurde nach dem Krieg in historischer Anmutung wiederaufgebaut – Giebelhäuser mit Bautechnik der 1950er-Jahre. Das Kreuzviertel, die Nordstadt und Teile von Mauritz haben gründerzeitliche Etagenhäuser, Kinderhaus und Coerde Großsiedlungen der 1960er- und 1970er-Jahre, Gievenbeck, Hiltrup, Roxel und Wolbeck Einfamilienhausgebiete aller Baujahre. Typisch für das Münsterland sind zudem Bauernhöfe und Backsteinhäuser in den eingemeindeten Ortsteilen. Als Universitätsstadt hat Münster viele kleinteilig vermietete Wohnungen in Altbauten.
Klima. Das Münsterland ist flach, windig und niederschlagsreich mit milden Wintern; die Klimafaktoren liegen leicht über dem Referenzwert. Die Stadtwerke versorgen Innenstadt und einzelne Quartiere mit Fernwärme, ansonsten dominiert Erdgas – in ländlichen Ortsteilen ergänzt um Öl-, Pellet- und Biogasanlagen.
Markt. Münster zählt zu den teuersten Städten Nordrhein-Westfalens mit sehr hoher Nachfrage durch Studierende, Beamte und Klinikpersonal. Der Mietmarkt ist angespannt, Wohnungen in Kreuzviertel oder Hafen erhalten viele Bewerbungen – der Verbrauchsausweis gehört in jede Anzeige. Beim Verkauf von Einfamilienhäusern in Gievenbeck oder Hiltrup zahlen Käufer für gute Effizienzklassen einen Aufpreis.
Rheinland-Pfalz
Gebäudebestand. Rheinland-Pfalz ist ländlich geprägt mit Winzerhöfen an Mosel, Mittelrhein und in der Pfalz, Fachwerkdörfern in Eifel, Hunsrück und Westerwald, Gründerzeit- und Wiederaufbaubestand in Mainz, Koblenz, Trier, Ludwigshafen und Kaiserslautern sowie großen Einfamilienhausgebieten der 1960er- bis 1990er-Jahre rund um die Städte. Ludwigshafen hat viele Werkssiedlungen der BASF. Winzerhöfe und Fachwerk sind häufig Baudenkmäler und damit ausgenommen.
Klima und Klimafaktor. Rheingraben, Pfalz und Moseltal zählen zu den wärmsten Regionen Deutschlands mit Weinbauklima; Eifel, Hunsrück und Westerwald sind kühl und windig. Die Klimafaktoren korrigieren den Verbrauch im Rheintal nach oben, in den Mittelgebirgen nach unten. Gasnetze konzentrieren sich auf die Städte; auf dem Land dominieren Öl, Holz und Flüssiggas.
Markt und Pflichten. Mainz und das Rhein-Main-nahe Rheinhessen sowie die Vorderpfalz sind teuer, Eifel, Hunsrück und Westerwald günstig. Der Eigentümeranteil ist einer der höchsten in Deutschland; entsprechend viele Ein- und Zweifamilienhäuser wechseln nach Erbfall den Besitzer. Bei Häusern mit Bauantrag vor 1977 und höchstens vier Wohnungen gilt bis Ende 2026 die Bedarfsausweis-Regel, sofern nicht nachträglich gedämmt.
Saarland
Gebäudebestand. Das Saarland ist vom Bergbau und der Stahlindustrie geprägt: Bergarbeitersiedlungen des frühen 20. Jahrhunderts in Neunkirchen, Völklingen und im Saarkohlenwald, Wiederaufbaubestand in Saarbrücken, Reihen- und Einfamilienhäuser der 1950er- bis 1980er-Jahre in fast allen Gemeinden. Typisch sind die freistehenden Bergmannshäuser mit Anbau und Stall, oft ungedämmt und mit alten Heizungen. Der Anteil selbst genutzter Einfamilienhäuser ist der höchste in Deutschland.
Klima und Klimafaktor. Das Saarland hat mildes, atlantisch beeinflusstes Klima mit feuchten Wintern und wenigen Frosttagen; die Klimafaktoren liegen leicht über dem Referenzwert. Gasnetze bestehen in den Städten und im Saartal, im Norden dominieren Öl- und Holzheizungen.
Markt und Pflichten. Der saarländische Immobilienmarkt ist günstig, in Saarbrücken und im Umland stabil, in den ehemaligen Bergbauregionen teils von Leerstand geprägt. Verkäufe von Bergmanns- und Nachkriegshäusern sind das Hauptsegment – und hier entscheidet die Effizienzklasse, ob ein Objekt Käufer findet. Bei Bauantrag vor 1977 und fehlender Dämmung ist bis Ende 2026 ein Bedarfsausweis (ab 250,00 €) erforderlich.
Sachsen
Gebäudebestand. Sachsen besitzt die größten Gründerzeitbestände Ostdeutschlands in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Görlitz und Zwickau, dazu Plattenbaugroßsiedlungen (Leipzig-Grünau, Dresden-Gorbitz, Chemnitz-Fritz-Heckert-Gebiet), Umgebindehäuser in der Oberlausitz, Bauernhäuser im Erzgebirge und Vogtland sowie Einfamilienhäuser der 1990er-Jahre in den Speckgürteln. Der Großteil der Gründerzeithäuser wurde nach 1990 saniert; Umgebindehäuser und Villen stehen oft unter Denkmalschutz.
Klima und Klimafaktor. Das Elbtal ist mild, das Erzgebirge mit Kammlagen über 1.000 Metern eines der kältesten Gebiete Deutschlands; die Klimafaktoren fallen entsprechend auseinander. Fernwärme versorgt die Großstädte, in sanierten Altbauten dominiert Gas-Brennwerttechnik, im Erzgebirge Holz und Öl.
Markt und Pflichten. Leipzig und Dresden gehören zu den dynamischsten Märkten Ostdeutschlands mit hohem Mieteranteil und regem Handel mit Altbauwohnungen als Kapitalanlage; Chemnitz und die Lausitz sind günstig. Wohnungsgenossenschaften halten große Bestände und arbeiten mit Verbrauchsausweisen; Investoren erwarten beim Kauf von Mehrfamilienhäusern aktuelle Ausweise mit Registriernummer.
Leipzig
Gebäudebestand. Leipzig besitzt einen der größten zusammenhängenden Gründerzeitbestände Europas: Waldstraßenviertel, Gohlis, Südvorstadt, Plagwitz und Schleußig sind von Mietshäusern der Jahre 1870 bis 1914 geprägt, die nach 1990 in großem Umfang saniert wurden – oft mit neuen Fenstern und Heizungen, seltener mit Fassadendämmung wegen der Stuckfassaden. Dazu kommen die Plattenbaugroßsiedlung Grünau (WBS 70), Nachkriegsbauten in Reudnitz und Mockau sowie Einfamilienhäuser in den eingemeindeten Dörfern im Norden und Osten. Die Datenlage ist häufig gut, weil Hausverwaltungen die Verbräuche zentral erfassen.
Klima. Leipzig liegt im Regenschatten des Harzes im Mitteldeutschen Trockengebiet; das Klima ist kontinental geprägt mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Klimafaktoren liegen nahe am oder leicht unter dem Referenzwert. Fernwärme aus dem Kraftwerk Lippendorf und den Stadtwerken versorgt große Teile der Stadt, in sanierten Altbauten sind Gas-Brennwertthermen verbreitet.
Markt. Leipzig ist die am schnellsten wachsende Großstadt Ostdeutschlands mit einem großen Mietmarkt und lebhaftem Handel mit Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen als Kapitalanlage. Investoren und Mieter erwarten den Energieausweis im Exposé; wegen der Gründerzeithäuser mit vielen Wohneinheiten ist der Verbrauchsausweis nahezu immer zulässig. Bei unsanierten Objekten liefert ein Bedarfsausweis die Grundlage für Sanierungsplanung und Förderung.
Dresden
Gebäudebestand. Dresdens Bestand kombiniert die gründerzeitlichen Viertel der Äußeren Neustadt, von Striesen und Löbtau mit den Villen von Blasewitz, Loschwitz und dem Weißen Hirsch, den Plattenbaugebieten in Gorbitz und Prohlis sowie dem Wiederaufbau der Innenstadt in den 1950er- bis 1980er-Jahren. Die Elbhänge sind von Einfamilienhäusern und Landhäusern geprägt, die eingemeindeten Dörfer im Norden und Westen von dörflicher Bebauung und Neubaugebieten der 1990er-Jahre. Die meisten Gründerzeithäuser wurden nach 1990 saniert, viele Plattenbauten mit Wärmedämmverbundsystemen nachgerüstet.
Klima. Das Elbtal ist eine der wärmeren Regionen Sachsens, die Hochflächen und Hänge sind kühler; das Klima ist kontinental geprägt mit kalten, teils schneereichen Wintern. Die Klimafaktoren liegen nahe am Referenzwert. Die Fernwärme der Drewag versorgt weite Teile der Stadt, in sanierten Altbauten und Einfamilienhäusern dominiert Gas-Brennwerttechnik.
Markt. Dresden ist mit Halbleiterindustrie, Universität und Tourismus ein stabiler Markt mit hohem Mieteranteil und regem Handel mit sanierten Altbauwohnungen als Kapitalanlage. Der Gebäudeausweis kommt bei Eigentumswohnungen vom Verwalter; bei den vielen Häusern mit fünf und mehr Wohnungen ist der Verbrauchsausweis die Standardlösung. Für die Villen an den Elbhängen mit Bauantrag vor 1977 ist bis Ende 2026 zu prüfen, ob ein Bedarfsausweis vorgeschrieben ist.
Sachsen-Anhalt
Gebäudebestand. Sachsen-Anhalt vereint die Gründerzeit- und Plattenbaubestände von Halle (Halle-Neustadt) und Magdeburg mit den Fachwerkstädten Quedlinburg, Wernigerode und Stolberg im Harz, den Bauhaus-Siedlungen in Dessau und dörflicher Bebauung in der Altmark und Börde. Viele Plattenbauten wurden saniert oder zurückgebaut, Gründerzeitviertel wie das Paulusviertel in Halle sind aufwendig restauriert. Fachwerk unter Denkmalschutz ist von der Ausweispflicht ausgenommen.
Klima und Klimafaktor. Das Land liegt überwiegend im Mitteldeutschen Trockengebiet mit kontinentalem Klima – kalte Winter, heiße Sommer, wenig Niederschlag; der Harz ist deutlich kälter. Die Klimafaktoren liegen nahe am Referenzwert. Fernwärme versorgt Halle, Magdeburg und Dessau, auf dem Land dominieren Öl, Holz und Flüssiggas.
Markt und Pflichten. Sachsen-Anhalt hat die günstigsten Immobilienpreise Deutschlands mit Leerstand in vielen Regionen; Halle und Magdeburg wachsen und ziehen Investoren an. Beim Verkauf von Eigenheimen der DDR-Zeit und sanierten Altbauten ist der Energieausweis ein wichtiges Argument, weil Käufer angesichts niedriger Preise die Nebenkosten stärker gewichten.
Schleswig-Holstein
Gebäudebestand. Schleswig-Holstein ist Backsteinland: Reetdachhäuser an Nord- und Ostsee, Gründerzeit und Nachkriegsbauten in Kiel und Lübeck, Klinkerhäuser der 1950er- bis 1970er-Jahre in Flensburg, Neumünster und im Hamburger Umland, Ferienhäuser an der Küste und Bauernhöfe in Dithmarschen, Angeln und Ostholstein. Das Hamburger Umland – Norderstedt, Ahrensburg, Pinneberg – ist von Einfamilienhausgebieten der 1960er- bis 1990er-Jahre geprägt. Reetdachhäuser unter Denkmalschutz sind ausgenommen.
Klima und Klimafaktor. Das Klima ist maritim mit milden, sehr windigen Wintern und kühlen Sommern; die Heizperiode ist lang, aber selten frostig. Die Klimafaktoren liegen über dem Referenzwert. Gasnetze bestehen in den Städten und im Hamburger Umland, an der Küste und auf den Inseln dominieren Öl, Flüssiggas und zunehmend Wärmepumpen.
Markt und Pflichten. Das Hamburger Umland, Kiel, Lübeck und die Küstenorte sind gefragt und teuer, das Binnenland günstig. Ferienwohnungen auf Sylt, Föhr, Fehmarn und an der Lübecker Bucht werden regelmäßig vermietet und brauchen einen Energieausweis; beim Verkauf von Einfamilienhäusern im Speckgürtel entscheidet die Effizienzklasse mit über den Preis.
Thüringen
Gebäudebestand. Thüringen ist von Fachwerkstädten wie Erfurt, Mühlhausen und Schmalkalden, Gründerzeitvierteln in Erfurt, Jena, Gera und Weimar, Plattenbaugebieten (Erfurt-Nord, Jena-Lobeda, Gera-Lusan) und kleinteiliger dörflicher Bebauung im Thüringer Wald, Eichsfeld und Altenburger Land geprägt. Jena wächst mit Neubauquartieren, viele Plattenbauten wurden saniert. Fachwerk unter Denkmalschutz ist ausgenommen; Einfamilienhäuser der DDR-Zeit sind häufig nur teilmodernisiert.
Klima und Klimafaktor. Das Thüringer Becken ist trocken und mild, der Thüringer Wald und die Rhön sind kalt und schneereich. Die Klimafaktoren liegen im Becken nahe am Referenzwert, in den Höhenlagen darunter. Fernwärme versorgt Erfurt, Jena und Gera, auf dem Land dominieren Öl, Holz und Flüssiggas.
Markt und Pflichten. Jena, Erfurt und Weimar sind gefragte, wachsende Märkte mit hohem Mieteranteil; der ländliche Raum ist günstig mit Leerstand. Genossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften stellen Verbrauchsausweise für ihre Bestände aus; beim Verkauf von Eigenheimen im Thüringer Wald ist die Effizienzklasse wegen der langen Heizperiode ein besonders wichtiges Argument.
So geht es weiter
Egal in welchem Bundesland Ihr Gebäude steht: Sie geben die Daten online ein, ein ausstellungsberechtigter Energieberater prüft sie, erstellt den Ausweis und registriert ihn beim DIBt. Den Verbrauchsausweis für Wohngebäude erhalten Sie in 1 Werktag als PDF, der Bedarfsausweis braucht etwas länger, weil die Gebäudehülle bilanziert wird. Unsicher, welcher Ausweis zulässig ist? Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis erklärt die Regeln, der Check entscheidet in zwei Minuten.
Häufige Fragen
Gilt ein online erstellter Energieausweis in jedem Bundesland?
Warum spielt der Standort beim Verbrauchsausweis trotzdem eine Rolle?
Gibt es Bundesländer mit abweichenden Energieausweis-Regeln?
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